| Nürnberger Nachrichten (28.11.2005)
Musikalische Reise nach Lateinamerika
Seitdem buntkostümierte Indio-Gruppen mit Panflöten bewaffnet und „El Condor Pasa“ im Anschlag die Fußgängerzonen dieser Welt erobert haben, ist lateinamerikanische Folklore beinahe zum Schimpfwort geworden. Wie man das Genre ohne die gängigen Klischees bedienen kann, beweist immer wieder aufs Neue die chilenische Sängerin und Gitarristin Verónica Gonzáles, die seit gut zehn Jahren in Deutschland lebt. In Nürnberg ist sie durch ihre Auftritte beim Bardentreffen bestens bekannt, jetzt gab sie ein gut besuchtes Gastspiel im „Balazzo Brozzi“.
Verónica Gonzáles ist nicht nur eine ausgezeichnete Instrumentalistin, sondern auch eine ausdrucksstarke Vocalistin und eine amüsante Geschichtenerzählerin, die ihr Publikum mit Charme und Charisma bei der Stange hält. Neben selbstkomponierten Liedern hat sie traditionelle Stücke aus Chile, Bossa Nova aus Brasilien, aber auch schon mal einen ungewöhnlich arrangierten Beatles-Song im Repertoire. Begleitet wurde die zierliche Chilenin mit der mächtigen Stimme diesmal von dem Klasse-Gitarristen Markus Büttner.
Politische Botschaften und persönliche Bekenntnisse verpackt Verónica Gonzáles in abwechslungsreiche Hör-Spiele. Eine besondere Spezialität ist ihr lautmalerischer Scat-Gesang, bei dem sie alle möglichen Instrumente imitiert und dazu gurrt, schnurrt, stöhnt, seufzt, klagt, jauchzt oder faucht, dass es eine Freude ist. Musik ist hier eine Herzensangelegenheit, das spürt man. weiter mit "Donaukurier" >>
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