VERONICA GONZALEZ BIOGRAPHIE: Gesang, Gitarre & Charango: lateinamerikanische und eigene Kompositionen.

Donaukurier (Ingolstadt, 12.10.2005)

Weltmusik
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Der Oktober ist eine Frau" stehen natürlich auch mal Männer als Begleitmusiker auf der Bühne – bei der Veronica Gonzalez Band hätte einer vollkommen gereicht: Der Gitarrist Markus Büttner erwies sich als hervorragender Begleiter der chilenischen Sängerin.

Zwitschern im Dschungel

Allein die Persönlichkeit und Bühnenpräsenz von Verónica González machte den schönen Konzertabend aus. Ihre Weltmusik zeigte wieder einmal die grundlegende Verwandtschaft diverser Stile, insbesondere des afrikanischen und lateinamerikanischen Kulturkreises. So machte das muslimische Gebet "Allah ou Agbah" den Auftakt ihres Programmes, gemischt mit dem sonoren Klang der aus Westafrika stammenden und dort hauptsächlich von Frauen gespielten Waterdrum. In "Bermibau" mit dem gleichnamigen brasilianischen Musikbogen verarbeitet Verónica González ein Märchen der Amazonas-Indianer von einem Vogel, der alle Farben der Welt im Federkleid trägt. Dazu gurrte und zwitscherte die Sängerin einen imaginären Urwald herbei. Überhaupt setzte Verónica González ihre Stimme gerne perkussiv ein, bildete Silbenkaskaden, die nur so aus ihrem Mund purzelten.

Unverfälscht und erfrischend erzählte sie Geschichten zwischen den Stücken – ob von ihrer indianischen Großmutter, die den blonden Kindheitsfreund mit Heulgesang verscheuchte, oder vom Freund ihres Vaters, Pablo Neruda, dessen Werk sie erst im Erwachsenenalter zu schätzen lernte.

Ein hervorragender Bühnensound machte ihre Musik insgesamt zu einem runden Erlebnis, karibische und europäische Einflüsse ließen das Publikum schwelgen.

Abschied mit Friedenslied


Egal ob es um Latinas oder den Völkermix der Chilenen ging, die Power war insbesondere in den Liedern zu spüren, in welche die zehnsaitige Indianermandoline Charango zusätzlich den typischen Flair lateinamerikanischer Folklore brachte. Schade, dass bei der Zugabe, einer wunderbaren Version von "El Quarto De Tula", die Band nur mäßige Soli lieferte. Dafür verabschiedete sich Verónica González mit einem herzergreifenden Friedenslied nur von Gitarrist Markus Büttner begleitet – weniger ist eben doch oft mehr.
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